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Poesie
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Melly
Puca


Anmeldungsdatum: 13.04.2006
Beiträge: 86
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: Do Jun 08, 2006 8:34 pm    Titel: Poesie Antworten mit Zitat

Na, liebt Ihr auch Gedichte über alles; oder schöne Sprüche??? Dann könnt Ihr hier einige loswerden und uns alle damit erfreuen. Ich fange mal an...



Farben erhellen die Seele,
Musik erhellt das Gemüt.
Die Liebe erhellt deinen Körper.












Das Lachen ist ein wetterleuchtendes Aufblitzen der Seelenfreude,
ein Aufzucken des Lichtes nach draußen,
so wie es innen strahlt.
(Dante Alighieri)










Das Gestern ist Geschichte,
das Morgen ist ein Rätsel,
das Heute ist ein Geschenk,
das wir miteinander teilen sollten.
_________________
Das Leben ist wie Musik. Man muß es mit Gehör, Gefühl und Instinkt komponieren, nicht nach irgendwelchen Regeln.
(Samuel Butler)
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Borkentroll
Will 'o wisp


Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beiträge: 327
Wohnort: Erfurt/Thüringen

BeitragVerfasst am: Do Jun 08, 2006 8:44 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Waldritt

Die Luft erfüllt von Blätterrauschen
Über mir der Vögel Sang
Die Hufe schlagen auf den Boden
Weich mit dumpfem Klang

Alte Bäume die wie Riesen sind
Knorrig Wurzeln, Felsen bleich
Quert mein Pferd mit schnellem Schritt
Beim Ritt durchs Waldesreich

Es spielen unterm Kronendach
Der Sonne Strahl und Schatten
Mit Laub und Farn und klein Getier
Auf moosig grünen Matten

Es duften Holz und feuchte Erde
Lichtungen sind blütenreich
Erfreu'n das Herz des Gastes
Beim Ritt durchs Waldesreich

Tausend Augen schau'n den Reiter
Und aus den Büschen dicht
Raunen Stimmen alter Geister
Niemals sieht man ihr Gesicht

Nicht zu beherrschen bist du Mensch
Doch zu bewahren diese Wunder
Das flüstern mir die Geister zu
Beim Ritt durchs Waldesreich

(stammt vom Borkentroll selbst)
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Melly
Puca


Anmeldungsdatum: 13.04.2006
Beiträge: 86
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: Do Jun 08, 2006 8:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@ Borkentroll: "Waldritt" ist seeeeeeehr schön, man kann den Wald förmlich spüren, riechen und hören. Gefällt mir echt gut, großes Lob.
_________________
Das Leben ist wie Musik. Man muß es mit Gehör, Gefühl und Instinkt komponieren, nicht nach irgendwelchen Regeln.
(Samuel Butler)
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Mira Linden
Puca


Anmeldungsdatum: 17.04.2006
Beiträge: 51
Wohnort: Dorsten

BeitragVerfasst am: Fr Jun 09, 2006 4:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab auch was Schönes geschrieben:


ZUKUNFT

Stehe nun im Strom der Zeit
sehe alle Wege vor mir
Die Guten, wie die Schlechten
Die Leichten, wie die Schwierigen
Ein Geflecht von Wurzeln
Äste von Bäumen
Wahrscheinlichkeiten, sowie Möglichkeiten
Träume, sowie Realitäten
Von grauem Nebel umhüllt
Luft frisch und rein
Allein auf weitem Weg
Frohsinn begleitet mich
Hoffnungen und Wünsche
im Wind der Vergänglichkeit - des Wandels
Weiß nicht weiter
Weiß nicht wohin
So bleibe ich hier, um Wissen zu finden
_________________
Jeden Moment genießen als wäre dieser die letzte Sekunde Eures Lebens, das würde leben heißen.
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Wiebke
Will 'o wisp


Anmeldungsdatum: 14.04.2006
Beiträge: 304
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: Fr Jun 09, 2006 7:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Mal wieder n bisschen klauen... :wink: :

Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt ist ein Mensch! (Erich Kästner)


Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (Friedrich Nietzsche)


Und noch was Eigenes:

Leute, die was willen, die kriegen was auf die Brillen (Ich war damals 4 Jahre alt, also bitte unkommentiert lassen!)
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Schön ist jede Erfahrung, die uns dem Wesenskern der Dinge, dem Urgrund allen Daseins näher bringt.
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Khendra
Puca


Anmeldungsdatum: 23.04.2006
Beiträge: 234
Wohnort: Ruhrpott

BeitragVerfasst am: Sa Jun 10, 2006 3:29 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Tanz

In die Luft gewobene Formel
In der Luft gewordene Formel
Augenblick der Bewegung
- erloschen,
bevor noch das Auge
dankbar wurde, es zu sehen: TANZ.
Der Tänzer hinterläßt eine Legende
Einen Reigen aus Wolken
Ein leichtes Glück der Besinnung.

Tatjana Gsovsky


~

Und für den Borkentroll, der da im alten Forum eine Glaubensdiskussion angezettelt hatte- hab grad leider keine Zeit das alles zu lesen, aber sicher die Tage mal:

Der erste Schluck aus dem Becher der Natur führt zum Atheismus, aber auf dem Grund wartet Gott. (Werner Heisenberg)
_________________
...und verliebe Dich, wann immer Du kannst!
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Borkentroll
Will 'o wisp


Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beiträge: 327
Wohnort: Erfurt/Thüringen

BeitragVerfasst am: Sa Jun 10, 2006 10:00 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@Melly: Danke für die Blumen... *verneigt sich - mit rotem Kopf*

@Khendra: Huh?! Das war ich ganz bestimmt nicht... Mehr sag ich da aber nicht zu, um nicht auch noch dieses Thema vom Pfad abzubringen :wink: !

So, und gleich noch ein feines Gedicht von Hermann Hesse hinterher:

Die Flamme

Ob du tanzen gehst in Tand und Plunder,
Ob dein Herz sich wund in Sorgen müht,
Täglich neu erfährst du doch das Wunder,
Daß des Lebens Flamme in dir glüht.

Mancher läßt sie lodern und verprassen,
Trunken im verzückten Augenblick,
Andre geben sorglich und gelassen
Kind und Enkeln weiter ihr Geschick.

Doch verloren sind nur dessen Tage,
Den sein Weg durch dumpfe Dämmrung führt,
Der sich sättigt in des Tages Plage
Und des Lebens Flamme niemals spührt.
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Melly
Puca


Anmeldungsdatum: 13.04.2006
Beiträge: 86
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: So Jun 11, 2006 10:04 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hier was neues für euch:


Du mußt das Leben nicht vestehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
So wie ein Kind im Weitergehen
Von jedem Wehen
Sich viele Blüten schenken lässt.
(Rainer Maria Rilke)




So kommt es,
dass die meisten Menschen gar nicht wissen,
wie schön die Welt ist
und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen,
in irgendeiner Blume,
einem Stein,
einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.
(Rainer Maria Rilke)




Warens Blumen mit den wunderbaren Silberkellen kleinen Flügelpaaren:
Oder warens, frag ich,
Blumenstengel,
hingeheftet an die Blütenstengel?

Warens Blumen die beim Mondenschimmer mir mit Duft erfüllt mein kleines Zimmer?
Oder hatten durch die Nacht geklungen,
traumhaft süße Überlieferungen?
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Khendra
Puca


Anmeldungsdatum: 23.04.2006
Beiträge: 234
Wohnort: Ruhrpott

BeitragVerfasst am: So Jun 11, 2006 10:54 am    Titel: Antworten mit Zitat

@Borkentroll: Sorry, da war ich wohl noch in Gedanken bei Deinem Waldgedicht... sehr schön übrigens! Das mit den Glaubensfragen war der Ruhrpottkasper...

Melly, von wem ist denn das letzte? Das ist sehr hübsch!

Borkentroll, noch was zu Flamme und Leben von Heinrich Heine:

Sie erlischt

Der Vorhang fällt, das Stück ist aus,
Und Herrn und Damen gehn nach Haus.
Ob ihnen auch das Stück gefallen?
Ich glaub, ich hörte Beifall schallen.
Ein hochverehrtes Publikum
Beklatschte dankbar seinen Dichter.
Jetzt aber ist das Haus so stumm,
Und sind verschwunden Lust und Lichter.

Doch horch! ein schollernd schnöder Klang
Ertönt unfern der öden Bühne; -
Vielleicht, daß eine Saite sprang
An einer alten Violine.
Verdrießlich rascheln im Parterr'
Etwelche Ratten hin und her,
Und alles riecht nach ranz'gem Öle.
Die letzte Lampe ächzt und zischt
Verzweiflungsvoll, und sie erlischt.
Das arme Licht war meine Seele.
_________________
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Wiebke
Will 'o wisp


Anmeldungsdatum: 14.04.2006
Beiträge: 304
Wohnort: Bochum

BeitragVerfasst am: So Jun 11, 2006 1:58 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Once upon a midnight dreary, while I pondered weak and weary,
Over many a quaint and curious volume of forgotten lore,
While I nodded, nearly napping, suddenly there came a tapping,
As of some one gently rapping, rapping at my chamber door.
`'Tis some visitor,' I muttered, `tapping at my chamber door -
Only this, and nothing more.'

Ah, distinctly I remember it was in the bleak December,
And each separate dying ember wrought its ghost upon the floor.
Eagerly I wished the morrow; - vainly I had sought to borrow
From my books surcease of sorrow - sorrow for the lost Lenore -
For the rare and radiant maiden whom the angels named Lenore -
Nameless here for evermore.

And the silken sad uncertain rustling of each purple curtain
Thrilled me - filled me with fantastic terrors never felt before;
So that now, to still the beating of my heart, I stood repeating
`'Tis some visitor entreating entrance at my chamber door -
Some late visitor entreating entrance at my chamber door; -
This it is, and nothing more,'

Presently my soul grew stronger; hesitating then no longer,
`Sir,' said I, `or Madam, truly your forgiveness I implore;
But the fact is I was napping, and so gently you came rapping,
And so faintly you came tapping, tapping at my chamber door,
That I scarce was sure I heard you' - here I opened wide the door; -
Darkness there, and nothing more.

Deep into that darkness peering, long I stood there wondering, fearing,
Doubting, dreaming dreams no mortal ever dared to dream before
But the silence was unbroken, and the darkness gave no token,
And the only word there spoken was the whispered word, `Lenore!'
This I whispered, and an echo murmured back the word, `Lenore!'
Merely this and nothing more.

Back into the chamber turning, all my soul within me burning,
Soon again I heard a tapping somewhat louder than before.
`Surely,' said I, `surely that is something at my window lattice;
Let me see then, what thereat is, and this mystery explore -
Let my heart be still a moment and this mystery explore; -
'Tis the wind and nothing more!'

Open here I flung the shutter, when, with many a flirt and flutter,
In there stepped a stately raven of the saintly days of yore.
Not the least obeisance made he; not a minute stopped or stayed he;
But, with mien of lord or lady, perched above my chamber door -
Perched upon a bust of Pallas just above my chamber door -
Perched, and sat, and nothing more.

Then this ebony bird beguiling my sad fancy into smiling,
By the grave and stern decorum of the countenance it wore,
`Though thy crest be shorn and shaven, thou,' I said, `art sure no craven.
Ghastly grim and ancient raven wandering from the nightly shore -
Tell me what thy lordly name is on the Night's Plutonian shore!'
Quoth the raven, `Nevermore.'

Much I marvelled this ungainly fowl to hear discourse so plainly,
Though its answer little meaning - little relevancy bore;
For we cannot help agreeing that no living human being
Ever yet was blessed with seeing bird above his chamber door -
Bird or beast above the sculptured bust above his chamber door,
With such name as `Nevermore.'

But the raven, sitting lonely on the placid bust, spoke only,
That one word, as if his soul in that one word he did outpour.
Nothing further then he uttered - not a feather then he fluttered -
Till I scarcely more than muttered `Other friends have flown before -
On the morrow will he leave me, as my hopes have flown before.'
Then the bird said, `Nevermore.'

Startled at the stillness broken by reply so aptly spoken,
`Doubtless,' said I, `what it utters is its only stock and store,
Caught from some unhappy master whom unmerciful disaster
Followed fast and followed faster till his songs one burden bore -
Till the dirges of his hope that melancholy burden bore
Of "Never-nevermore."'

But the raven still beguiling all my sad soul into smiling,
Straight I wheeled a cushioned seat in front of bird and bust and door;
Then, upon the velvet sinking, I betook myself to linking
Fancy unto fancy, thinking what this ominous bird of yore -
What this grim, ungainly, gaunt, and ominous bird of yore
Meant in croaking `Nevermore.'

This I sat engaged in guessing, but no syllable expressing
To the fowl whose fiery eyes now burned into my bosom's core;
This and more I sat divining, with my head at ease reclining
On the cushion's velvet lining that the lamp-light gloated o'er,
But whose velvet violet lining with the lamp-light gloating o'er,
She shall press, ah, nevermore!

Then, methought, the air grew denser, perfumed from an unseen censer
Swung by Seraphim whose foot-falls tinkled on the tufted floor.
`Wretch,' I cried, `thy God hath lent thee - by these angels he has sent thee
Respite - respite and nepenthe from thy memories of Lenore!
Quaff, oh quaff this kind nepenthe, and forget this lost Lenore!'
Quoth the raven, `Nevermore.'

`Prophet!' said I, `thing of evil! - prophet still, if bird or devil! -
Whether tempter sent, or whether tempest tossed thee here ashore,
Desolate yet all undaunted, on this desert land enchanted -
On this home by horror haunted - tell me truly, I implore -
Is there - is there balm in Gilead? - tell me - tell me, I implore!'
Quoth the raven, `Nevermore.'

`Prophet!' said I, `thing of evil! - prophet still, if bird or devil!
By that Heaven that bends above us - by that God we both adore -
Tell this soul with sorrow laden if, within the distant Aidenn,
It shall clasp a sainted maiden whom the angels named Lenore -
Clasp a rare and radiant maiden, whom the angels named Lenore?'
Quoth the raven, `Nevermore.'

`Be that word our sign of parting, bird or fiend!' I shrieked upstarting -
`Get thee back into the tempest and the Night's Plutonian shore!
Leave no black plume as a token of that lie thy soul hath spoken!
Leave my loneliness unbroken! - quit the bust above my door!
Take thy beak from out my heart, and take thy form from off my door!'
Quoth the raven, `Nevermore.'

And the raven, never flitting, still is sitting, still is sitting
On the pallid bust of Pallas just above my chamber door;
And his eyes have all the seeming of a demon's that is dreaming,
And the lamp-light o'er him streaming throws his shadow on the floor;
And my soul from out that shadow that lies floating on the floor
Shall be lifted - nevermore!


PS: Ich mag Heinrich Heine zwar durchaus auch, aber ich dachte, ich schaffe mal eine Plattform für die Poe-Fans. Hab mir gerade die CD des Visionen-Projektes gekauft und da wird "The raven" von Christopher Lee gelesen. *Wahnsinn!!!!!!!*
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rix
the Butler


Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 155
Wohnort: LionCity

BeitragVerfasst am: So Jun 11, 2006 11:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Wow...
Its amazing that I'm reading Poe's "The Raven" here.
Yes, he's "Wahnsinn..."

There's a movie around in the 60's with the same title and follows the story of the poetry, but overall quite far from it.
I remember it as quite a comedy or a children movie.
I remembered as well that I was quite entertained.
Wouldn't mind to watch it again.


Yes, Poe is one of my classic poet.
to name another I'd say Bob Dylan Very Happy
_________________
The next war will determine not what is RIGHT,
but what is LEFT.
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Borkentroll
Will 'o wisp


Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beiträge: 327
Wohnort: Erfurt/Thüringen

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2006 11:45 am    Titel: Antworten mit Zitat

Also Poe (und andere englischsprachige Autoren) lese ich dann doch lieber als deutsche Übersetzung. Im Englischen verliere ich irgendwann den Spaß an der Literatur, wenn ich jedes vierte Wort erst nachschlagen muss. Aber nichts desto trotz: Feine Sache.
_________________

now playing: Six Feet Under - Bringer of Blood
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Borkentroll
Will 'o wisp


Anmeldungsdatum: 26.04.2006
Beiträge: 327
Wohnort: Erfurt/Thüringen

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2006 12:05 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Natürlich lese ich auch französische Literatur nur in Übersetzung, wie zum Beispiel diese Reime hier (die wahrscheinlich eh jeder kennt):

Ich hab' mich in dein rotes Haar verliebt

Im Sommer war das Gras so tief
Das jeder Wind daran vorüber lief
Ich habe da dein Blut gespürt
Und wie es heiß zu mir herüber rann
Du hast nur leise mein Gesicht berührt
Da starb er einfach hin der starke Mann
Weil's solche Liebe nicht mehr gibt
Ich hab' mich in dein rotes Haar verliebt

Im Feld den ganzen Sommer war
Der rote Mohn so rot nicht wie dein Haar
Jetzt wird es abgemäht das Gras
Die bunten Blumen welken auch dahin
Und wenn der rote Mohn so bleich geworden ist
Dann hat es keinen Sinn
Das es noch weiße Wolken gibt
Ich hab' mich in dein rotes Haar verliebt

Du sagst dass es bald Kinder gibt
Wenn man sich in dein rotes Haar verliebt
So rot wie Mohn so weiß wie Schnee
Im Herbst da kehren viele Kinder heim
Warum soll's nicht auch bei uns so sein
Du bleibst im Winter auch mein rotes Reh
Und wenn es tausend schön're gibt
Ich hab' mich in dein rotes Haar verliebt

Paul Zech nach François Villon
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Melly
Puca


Anmeldungsdatum: 13.04.2006
Beiträge: 86
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2006 6:53 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@ Khendra: Von wem das Blumengedicht ist, weiß ich leider net.
@ Wiebke. THE RAVEN habe ich nur zur Hälfte gelesen, da ich leider zu wenig verstanden habe, da geht es mir wie dem Borkentroll, ich verliere die Lust weiter zu lesen. Kennst Du das Lied "The Raven" von The Alan Parsons Project, basierend auf das Gedicht von Edgar Allan Poe??? Die haben ein ganzes Poe-Album veröffentlicht, sehr toll.

Leben ohne Liebe

Glaube ohne Liebe macht fanatisch,
Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich,
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Macht ohne Liebe gewalttätig.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Ein Leben ohne Liebe macht krank.





Die Tropfen,
die morgens in den Blüten schimmern,
sind Tränen,
die nachts der Mond vergießt.




Ein Hauch,
der sich zu Tönen weitet.
Ein Licht,
das sich in Klang zerschlägt.
Ein Duft,
der aus den Blüten läutet,
ein Herz,
in einen Laut gelegt.






Nicht müde werden,
sondern dem Wunder leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
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Khendra
Puca


Anmeldungsdatum: 23.04.2006
Beiträge: 234
Wohnort: Ruhrpott

BeitragVerfasst am: Mo Jun 12, 2006 9:20 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Es blitzt ein Tropfen Morgentau
im Strahl des Sonnenlichts.
Ein Tag kann eine Perle sein,
und ein Jahrhundert nichts.
(Gottfried Keller)
_________________
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